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By Maria Schreiber-Kittl, Haike Schröpfer

Die PISA-Studie hat die Aufmerksamkeit auf die Jugendlichen - ca. 20 % eines Altersjahrganges - gelenkt, die in der Schule im adjust von 15 Jahren vom systematischen Lernen so weit abgekoppelt sind, dass ihre Aussichten, je erfolgreich in die Arbeitswelt integriert zu werden, schon zu diesem Zeitpunkt als gering eingeschätzt werden. Das Deutsche Jugendinstitut ist in einer seiner Untersuchungen zum Modellprogramm "Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Frage nachgegangen, welche Jugendlichen, in welchem regulate, unter welchen Bedingungen, mit welchen Konsequenzen mit Schule so sehr nicht klar kommen, dass sie sich trotz Schulpflicht aus der Schule ausklinken, den Schulbesuch verweigern. Dazu wurden Jugendliche sowie pädagogische und psychologische Fachkräfte mit folgenden zentralen Ergebnissen und Schlussfolgerungen befragt: Schulverweigerung und ihre Vorläufer (Schulmüdigkeit, zeitweiliges Schulschwänzen) beginnen bereits in der Grundschule und verfestigen sich häufig im zwölften Lebensjahr - die bisher praktizierten Strategien des Umgangs mit Schulmüdigkeit und Schulverweigerung setzen zu spät an. Die Strategien von Jugendsozialarbeit und Schule sind eher additiv als integriert - Schule und Jugendsozialarbeit müssen enger kooperieren. Die Symptome von Schulverweigerung unterscheiden sich deutlich bei Mädchen und Jungen; Jungen stören den Unterricht, Mädchen klinken sich unauffällig aus - die Aufmerksamkeit von Politik und Praxis richtet sich bisher vor allem auf die Jungen; doch auch der unauffällige Ausstieg der Mädchen muss mehr Beachtung finden. Viele junge Migrantinnen und Migranten fallen bereits im schulpflichtigen modify aus dem Bildungssystem heraus, wobei Schule und Sozialarbeit besonders gegenüber der Lebenssituation und den Problemen von Aussiedlerjugendlichen hilflos sind - deshalb müssen spezifische Strategien gerade für diese Jugendlichen entwickelt werden.

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Die fallbezogene Spezifikation des Krankenhausprodukts: Ein methodischer und empirischer Beitrag

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Die Entwicklung der naturwissenschaftlichen Medizin in den letzten Jahrzehnten hat seitens der Kranken nicht nur zu einem Glücksgefühl geführt, sondern gleichzei­ tig auch Besorgnisse erweckt. Diese sind vor allem die Folge der Tatsache, daß mit Hilfe der modernen Medizin Eingriffe ins Leben, im Sinne einer Lebensverlängerung und -verkürzung, in einem bisher nicht gekannten Ausmaß möglich sind.

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Der betroffene Schuler sieht keinen anderen Ausweg, als sich aus schulischen Zusammenhangen zu verabschieden. Der dritte Begriff "Zuruckhalten" bezeichnet Verhaltensweisen der Erziehungsberechtigten oder Ausbilder, die den Schuler - haufig mit des sen stillschweigendem Einverstandnis - yom Schulbesuch zuriickhalten. Der Aufenthaltsort dieser SchUler wahrend der Unterrichtszeit ist in der Regel zu Hause, oder die SchUler sind mit den Erziehungsberechtigten gemeinsam unterwegs (z. B. Einkaufen, Besuche, Reisen).

54 • Schlechte Schulleistungen begiinstigen Schulverweigerung. • Die Zugehorigkeit zu bestimmten Cliquen beeinflusst das Schulbesuchsverhalten, wobei die Autoren darauf hinweisen, dass sie nicht kl:iren konnten, ob die Cliquenzugehorigkeit die Schulverweigerung begiinstigt oder umgekehrt Schulverweigerer erst durch ihr Schwanzen allmahlich in solche Cliquen geraten. • Schuler, die neben der Schule regelmaBig einer Beschaftigung nachgehen, tendieren verstarkt zum Schulschwanzen. ) 1m theoretischen Rahmen der Studie wird dargelegt, dass Schulschwanzen aus soziologischer Sicht eine Form der Delinquenz oder des abweichenden Verhaltens von der Norm ist.

Da beide Formen der passiven Verweigerung eher schulkonform verlaufen und kaum Verhaltensauffalligkeiten nach au6en erkennen lassen, erregen sie nur selten die Aufmerksamkeit der Lehrkrafte. Zwar wird in der beschreibenden Literatur die passive Verweigerungsform in der Regel erwahnt, die meisten empirischen Untersuchungen zum Phanomen Schulverweigerung erfassen die Gruppe der passiven Verweigerer jedoch nicht. Die aktiven Schulverweigerer hingegen stehen im Mittelpunkt zahlreicher Untersuchungen.

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